LBK Lünen

Demokratieförderung am LBK: Auseinandersetzung mit der NSU-Mordserie und Peer-Education an der Josef Reding Schule Holzwickede

Zwei Veranstaltungen. Ein Thema. Ein gemeinsamer Weg.

Stell dir vor, du verlierst deinen Vater durch rassistische Gewalt –
und wirst danach selbst jahrelang verdächtigt.
Das ist leider kein Einzelfall.
Und genau davon haben wir in der vergangenen Woche gehört.

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Bei der ersten Veranstaltung waren Gamze Kubasik, Semiya Şimşek, beide Töchter zweier Mordopfer des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) bei uns zu Gast und lasen 

– zusammen mit Co-Autorin Christine Werner und Moderator Ali Şirin – aus ihrem Buch „Unser Schmerz ist unsere Kraft – Neonazis haben unsere Väter ermordet“.

 

Bereits vor der sehr intensiven und berührenden Lesung übernahmen unsere Studierenden Verantwortung:
Die Klassen FP1PA und FP1PB der Unterstufe unserer Erzieher:innenausbildung (PIA) präsentierten den späteren Zuschauer:innen der Lesung ihre vorbereiteten Ausstellungen.
Ziel war es, auf das Thema einzustimmen, Hintergründe sichtbar zu machen und einen sensiblen Zugang zu eröffnen – noch bevor die persönlichen Geschichten gehört wurden.

 

Für die Schüler*innen ging es dabei nicht nur um Geschichte.
Es ging um Gefühle.
Um Wut.
Um Ohnmacht.
Um die Frage, wie so etwas in diesem Land passieren kann –
und warum die Familien der Opfer damals wie heute so oft nicht gehört wurden.

 

Doch damit endete dieser Lernprozess nicht.

Eine Woche später ging er weiter – diesmal an der Josef-Reding-Schule in Holzwickede:
Ein Teil der erarbeiteten Ausstellung wurde dort von Studierenden der Klasse FP1PA vorgestellt und für Neunt- und Zehntklässler*innen aufbereitet.

 

Eine besondere Situation:
Unbekanntes Publikum, 

direkte Gespräche, 

echtes Interesse –
und die Aufgabe, ein komplexes und belastendes Thema verständlich, verantwortungsvoll und respektvoll zu vermitteln.

 

Unsere Studierenden haben sich dieser Aufgabe auf beeindruckende Weise gestellt.
Sie sind über sich hinausgewachsen.
Und alle Beteiligten haben viel gelernt –
über das Präsentieren,
über den NSU
und über die Hintergründe und Folgen rechter Gewalt.

 

Die Schüler*innen der Josef-Reding-Schule wurden bewusst vorbereitet:
In zwei Wochen werden sie selbst eine Lesung von Gamze Kubasik besuchen.
Verstehen braucht Zeit –
und beginnt oft lange vor der eigentlichen Begegnung.

 

Den Abschluss dieses intensiven Tages bildete eine eindrucksvolle Theaterperformance:
Protokolle der Sprachlosigkeit // Rechte Gewalt aus Frauensicht der Schauspielerinnen Jasmina Music und Wenja Imlau.

 

Unser herzlicher Dank gilt dem Ensemble für diese kluge, sensible und sehr sorgfältig vorbereitete Inszenierung.
Ebenso danken wir der Josef-Reding-Schule für die Möglichkeit zur Kooperation, die reibungslose Durchführung – und die leckeren Waffeln.

 

Und nicht zuletzt danken wir unseren Studierenden unserer Fachschule:
für ihren Mut, ihre Haltung und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

 

Denn Demokratie heißt nicht nur wählen oder mitreden dürfen.
Demokratie heißt zuhören.
Hinterfragen.
Widersprechen.
Solidarisch sein.
Und nicht wegschauen.

 

Weitere Impressionen sind auf dem Instagram-Kanal unserer Schule zu finden. 

 

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