Ausbildungsvorbereitung

Gute-Gesunde Schule - Bewegung

 

Selbstverteidigung und Selbstbehauptung in Anlehnung an Techniken des Boxens mir entspannungspädagogischen Elementen

Unter dem Motto: "girls only" läuft seit einiger Zeit wieder ein sportliches, ganzheitliches Angebot speziell für Schülerinnen des LBK's. In Anlehnung an Techniken aus dem Boxsport haben die teilnehmenden Schülerinnen die Gelegenheit, ihre Durchsetzungskraft wahrzunehmen sowie diese mit Hilfe von Box-Equipment (Sandsäcke, Handschuhe etc.) zu trainieren. Dadurch entwickelt sich ein inneres Gefühl der Stärke bzw. Selbstbehauptung bei den Beteiligten, welches vorher vielen kaum bekannt war. Die Veranstaltung wird ergänzt durch entspannungspädagogische Methoden, um das Körpergefühl der Schülerinnen zu intensivieren, mit dem Ziel, in Krisensituationen gelassener zu reagieren.

Geleitet wird die Veranstaltung von Kathrin Froch und Klaus Isenbort.

Hintergrund:

Der menschliche Körper ist für die Bewegung gemacht. Unser Skelett, die Muskeln und alle inneren Organe werden nur durch Bewegung ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Unsere Vorfahren waren darauf angewiesen, gut zu Fuß und ständig in Bewegung zu sein, um vor Feinden zu fliehen, erfolgreich zu jagen oder Gefahren zu bekämpfen. Heutzutage neigen wir dazu, dieses „Erbe“ und das Bewegungsbedürfnis unseres Körpers zu ignorieren. Das zeigen auch aktuelle Studien zum Bewegungsverhalten der Deutschen. Nur etwa ein Fünftel der Frauen und ein Viertel der Männer erreichen die Empfehlungen für ausdauerfördernde bzw. muskelkräftigende Aktivitäten in der Freizeit (Finger et al., 2017a). Knapp 50 % der Deutschen verrichten ihre Arbeit zudem vorwiegend sitzend oder stehend, sodass es auch dort an Bewegung mangelt (Finger et al., 2017b). Auch bei den Jugendlichen lässt sich der Bewegungsmangel nachweisen: Nur 16 % der 14- bis 17-jährigen Jungen und 7,5 % der 14- bis 17-jährigen Mädchen erreichen die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 60 Minuten körperlicher Aktivität pro Tag (Finger et al., 2018). Bewegungsmangel führt dazu, dass der Körper weniger Energie verbraucht. Nehmen wir durch die Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum mehr Energie zu als der Körper verbrennt, bildet er Fettreserven und Übergewicht entsteht. Über die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig und knapp jeder Fünfte sogar adipös (Schienkiewitz et al., 2017). Nicht nur aufgrund des häufig auftretenden Übergewichts ist ein Mangel an Bewegung langfristig schädlich. Ein Viertel aller Todesfälle durch chronische Erkrankungen lassen sich auf körperliche Inaktivität zurückführen (Rütten, 2005). Diese chronischen Erkrankungen betreffen verschiedene Organe der Menschen, aber vor allem das Herz, welches der wichtigste Muskel unseres Körpers ist. Eine regelmäßige Beanspruchung des Herzens durch körperliche Aktivität stärkt das Herz, sodass es ökonomischer arbeiten kann. Außerdem verbessert sich der Fettstoffwechsel, was die Gefäße vor Ablagerungen schützt. Dazu kommt der positive Effekt auf die Funktion und Elastizität der Gefäße, wodurch der Blutdruck gesenkt wird. Körperliche Aktivität wirkt auch präventiv gegen Diabetes Mellitus Typ 2, indem die Insulinsensitivität gesteigert wird.

Wenn Sie sich bewegen, können Sie nicht nur von körperlichen, sondern auch von psychischen Vorteilen profitieren. Bewegung kann verschiedenen (chronischen) Erkrankungen vorbeugen (Harding et al., 2015). Sie bauen Stresshormone ab, der Kopf wird frei und die Leistungsfähigkeit erhöht sich. Aktivität hat ebenso Einfluss auf Ihr Wohlbefinden, die Lebensqualität und psychosoziale Aspekte. So kann körperliches Training beispielsweise bei Depressionen ähnlich wirksam sein, wie eine medikamentöse Therapie, sodass Sport häufig in die Therapie mit eingebunden wird (Schulz et al., 2012). Auch in der Behandlung von Burnout-Patienten spielt Sport und die Entwicklung von körperlicher Fitness eine große Rolle (Kleinert et al., 2019). Besonders im Jugendalter ist die Förderung des Bewegungsverhaltens elementar. Körperlich aktive Jugendliche werden in der Regel auch zu aktiven Erwachsenen (Geuter, 2010). Körperlich aktiv zu sein und es auch zu bleiben, ist damit eine wesentliche Voraussetzung für ein gesundes (Berufs-)Leben.

GRÜNDE KÖRPERLICHER INAKTIVITÄT

  • durch die Urbanisierung und die immer dichtere Bebauung werden die Möglichkeiten zur freien Bewegung deutlich eingeschränkt. Geeigneten Lauf- oder Radstrecken oder Freiflächen für spontane sportliche Aktivität ist immer schwerer zu finden.
  • häufig wird auf öffentliche Verkehrsmittel oder PKWs als Transportmittel zurückgegriffen, anstatt das Fahrrad zu nehmen oder zu Fuß zu gehen.
  • Erwachsene sitzen an einem normalen Werktag im Schnitt 7,5 Stunden – davon alleine 2 Stunden vor dem TV-Gerät (Froböse et al., 2018). Die Veränderung des Schulsystems hin zu dem Modell der Ganztagsschule fördert zudem längere Sitzzeiten von Lehrkräften und Schülern weiter.
  • Sowohl Erwachsene als auch Jugendliche füllen auch ihre Freizeit häufig mit sitzenden Tätigkeiten. Einer der Gründe dafür ist die wachsende Bedeutung der sozialen Medien, mit denen viel Zeit verbracht wird. Nach einem anstrengenden Tag nutzen Erwachsene zudem gerne das Angebot von Streaming-Diensten, um z. B. Serien zu schauen, anstatt sich körperlich zu betätigen.
  • Die falsche Einschätzung des eigenen Gesundheits- und Aktivitätsniveaus kann ein Grund für die körperliche Inaktivität sein. Solange der Mensch keine Nachteile durch die mangelnde Aktivität verspürt, sieht er auch keinen Grund, sein Bewegungsverhalten zu ändern. Besonders Jugendliche schätzen ihren Gesundheitsstatus falsch ein. Der subjektive Gesundheitszustand von 93,3 % der Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren und 95,2 % der gleichaltrigen Jungen wird als „sehr gut“ bzw. „gut“ bezeichnet (Poethko-Müller et al., 2018), während Gesundheitsexperten den Zustand eher als besorgniserregend einschätzen.

Die hier genannten gesellschaftlichen Voraussetzungen können nur bedingt verändert werden. Allerdings können Sie im Kleinen starten und bei sich und Ihrer Umgebung beginnen, z. B. wenn Sie das nächste Mal einfach die Treppe gehen, anstatt den Aufzug oder die Rolltreppe anzusteuern.

Unterstützen können Sie auch (lokale) Netzwerke ganz besonders, um gemeinsam mit vielen Menschen aktiv zu werden. Gerade das Umfeld Schule eröffnet große Chancen zur Netzwerkbildung. Wir können an unserer Schule Netzwerke auf verschiedene Weise bilden. Z. B. den Zusammenschluss von Lehrkräften oder Schülern, oder schulexterne Kooperationen mit Vereinen oder privaten Anbietern.

Dadurch kommt es zum Austausch und zur Motivationssteigerung. Die Zusammenarbeit mit anderen Lehrkräften, Schulen oder Organisationen bringt neue Einsichten und verbessert die Kommunikation. Sie tauschen Motive, Meinungen und Herangehensweisen aus, neue Impulse entstehen und Sie sammeln Inspirationen für eigene Einstellungen und zukünftige Vorgehensweisen. Der gemeinsame Austausch erhöht die Innovationsbereitschaft, Sie initiieren häufiger Veränderungsprozesse und erzielen schneller ein Ergebnis, da alle Beteiligten die Entscheidung(en) mittragen.

Durch den Zusammenschluss von unserer Schule mit beispielsweise einem ansässigen Verein zusammen, können deutlich mehr Sportangebote anboten werden.

Die Akteure in Netzwerken können Wissen und Erfahrungen weitergeben und voneinander lernen. Denn hier treffen Menschen mit verschiedenen Kompetenzbereichen aufeinander und können sich gegenseitig fortbilden. Gerade der schulübergreifende Austausch von Lehrkräften eines Fachgebietes hat dabei ein großes Potential. Dort können Lehrkräfte Erfahrungen und Kompetenzen unmittelbar miteinander teilen und ihr Wissen weitergeben.

In Netzwerken treffen verschiedene Experten mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufeinander. Dadurch müssen einzelne Akteure weniger in Bereichen tätig werden, die außerhalb ihrer Kompetenzen liegen. So können beispielsweise Workshops zu verschiedenen Themen (z. B. sexuelle Aufklärung, Suchtprävention oder Medienkompetenz) durch externe Pädagogen und Experten übernommen werden. Die Erweiterung von Ressourcen und Wissen sowie die Motivation zur Innovation steigert die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Akteure des Netzwerks.

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